„Optische Schreie – Die Geschichte des Aachener Wandmalers Klaus Paier“ beim Kölsche Fimmatinée

„Kölsche Fimmatinée“, So., den 14. Juni um 11:30 Uhr im Odeon-Kino
wir zeigen den Film von Lovorka Perić-Hassler

„Optische Schreie – Die Geschichte des Aachener Wandmalers Klaus Paier“
Karten zu 12,- Euro(erm. 10,- Euro)
täglich unter 0221 31 31 10 oder an der Kinokasse, Odeon. Severinstrasse 81, 50678 Köln
oder über die Website des Odeon Kino Köln 

In den 1970er- und 1980er-Jahren wurde Aachen oft durch geheimnisvolle Wandgemälde aufgerüttelt, die soziale und politische Themen wie Ausgrenzung, fragwürdige Bildungspolitik, Faschismus oder die Gefahr eines Atomkriegs aufgriffen. Die Wandmalereien standen dabei in direktem räumlichen Bezug zu ihrem Umfeld. Von der Stadtverwaltung als Schmierereien abgetan und schnell entfernt, wurden sie von der progressiven Kunstszene gefeiert. Der anonyme Aachener Wandmaler erhielt für seine Werke den Neuen Preis des Neuen Aachener Kunstvereins, bei dessen Verleihung seine Identität schließlich enthüllt wurde. Mittlerweile stehen drei seiner Wandgemälde unter Denkmalschutz, was eine Besonderheit ist und die Wahrnehmung von Street Art in Deutschland nachhaltig verändert hat. Dieser Dokumentarfilm von der Autorin Lovorka Peric-Hassler folgt den Spuren von Klaus Paier, dem Pionier der Street Art in Deutschland, aber auch dem Echo seines Werks auf die Gesellschaft in Aachen und Köln in den letzten Jahrzehnten. Er basiert auf Interviews mit Zeitzeugen, Kunsthistorikern und seinen Freunden sowie auf Archivmaterial, Skizzen und Fotografien. „Optische Schreie: Die Geschichte des Aachener Wandmalers“ ist ein Film über Kunst, Widerstand und die Frage: Wem gehört der öffentliche Raum

Besitzer des Hochbunkers in der Elsaßstrasse ist der Bund und dieser lies das Wandbild von Klaus Paier mehrfach übermalen.
auf der Hauswand des Bunkers sprechen. Der Künstler Klaus Paier erinnert mit seinem Bild 1990 an die Ergeinisse vom 3. März 1933, als SA-Truppen durch die Elsaßstraße zogen.
Auf einer Gedenktafel ein paar Häuser weiter wird beschrieben, wie die Bewohner*innen der Elsaßstraße, die als „Hochburg der Kommunisten“ galt, die Nationalsozialisten mit allem, was sie zu Hause finden konnten, bewarfen. Etwa mit Pflanzen, Flaschen, Mülltonnen und anderen Gegenständen, woraufhin 70 Menschen festgenommen wurden.
Das Graffiti am Hochbunker zeigt eine Frau, wie sie eine Pflanze und ein Nudelholz in Richtung eines Nationalsozialisten wirft und erinnert so an den Widerstand der Anwohner*innen.
Nachdem das Wandbild mehrfach übermalt und beschmiert wurde, wurde es 2019 das letzte Mal restauriert.
Hier ein historisches Dokumentar-Feature über die öffentliche Wiederherstellung des Wandbildes von Klaus Paier in der Kölner Südstadt am 6. März 1993 durch die Stadtteilgruppe „Antifaschistische Südstadt“. Produktion: KAOS TV, Köln.
https://www.youtube.com/watch?v=HWujq-4c88Q

(Text: Cornel Wachter)