Warum gibt es die kommunale Wärmeplanung? Und was ist die „KWO“ überhaupt?
Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden. Ein entscheidender Bereich ist dabei die Wärmeversorgung. Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und Klimaziele zu erreichen, hat der Bund das Wärmeplanungsgesetz (WPG) beschlossen. Diese verpflichteten Städte über 100.000 Einwohner, bis Mitte 2026 eine verbindliche, kommunale Wärmeplanung vorzulegen, kleinere Kommunen haben bis 2028 Zeit. Sie ergänzt das Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches die Pflichten für Hauseigentümer betrifft. Die wichtigste Verbindung der beiden „Gesetze“ ist, dass viele Vorgaben des GEG für bestehende Gebäude erst greifen, wenn die Wärmeplanung vorliegt. Das soll Bürgern Planungssicherheit geben und Fehlinvestitionen vermeiden. Die Stadt Köln möchte das noch schneller und sogar schon bis 2035 klimaneutral heizen.
Die „KWO“ (Kommunale Wärmeplanung vor Ort) ist dabei im Grunde eine Bestandsaufnahme des gesamten Gebäudebestands einer Stadt oder Gemeinde. Es wird untersucht, wie alt die Gebäude sind, wie sie beheizt werden und wie hoch ihr Energiebedarf ist. Auf dieser Grundlage erstellt die Stadt einen Fahrplan, wie die Wärmeversorgung klimaneutral werden kann – also weg von Gas und Öl, hin zu erneuerbaren Energien, Fernwärme und effizienteren Lösungen. All das wird nach Berlin geschickt. Die Stadt Köln erstellt die Wärmeplanung natürlich nicht im Alleingang. Sie arbeitet eng mit RheinEnergie, der RNG und zahlreichen Fachakteuren zusammen, aber auch lokale Akteure wie z. B. die Innung Sanitär Heizung Klima (SHK), Haus & Grund Köln, die Schornsteinfegerinnung, werden einbezogen. Sie alle kennen die reale Gebäudesituation, die Alterungsstrukturen des Bestands und (die wichtigsten) Bedürfnisse der Bürger. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der Wärmeplan der Stadt technisch fundiert und vor allen Dingen praxistauglich wird.
In Köln zeigt sich allerdings schon jetzt: Ein Großteil der Haushalte heizt noch mit Erdgas, viele Heizungen sind veraltet und die meisten Gebäude stammen aus der Zeit vor 1979. Deshalb müssen in den kommenden Jahren viele Anlagen modernisiert werden. Je nach Stadtteil sind unterschiedliche Lösungen sinnvoll: In dicht bebauten Vierteln bietet sich Fernwärme an, in locker bebauten Wohngebieten mit Ein- und Zweifamilienhäusern eher Wärmepumpen oder Kombinationen mit Solarenergie. In Industriegebieten kann zudem Abwärme genutzt werden.
Für Hausbesitzer bedeutet die Wärmeplanung zunächst Orientierung, keine unmittelbare Pflicht. Bestehende Heizungen dürfen in der Regel weiterbetrieben werden, solange sie funktionieren. Beim Austausch müssen künftig jedoch erneuerbare Energien berücksichtigt werden. Wer investieren möchte, sollte sich vorab und frühzeitig von einem Energieberater oder den lokalen Handwerkern beraten lassen. Der SHK-Handwerker aus der Region kennt nämlich die kommunalen Pläne. Er weiß, etwas technisch zum Gebäude und den Nutzern passt, und wird eine technisch und wirtschaftlich passende Lösung finden. Auch weiß er, welche Förderungen es gibt, und verhindert so teure Fehlentscheidungen, da er kein Außendienstler eines Großkonzerns ist. Darüber hinaus sind die Fachunternehmen in unserem Stadtgebiet meist Inhaber geführt und begleitet, das heißt sie sind auch Jahre später mit der Immobilie und dem Einbau vertraut. Gerade im Bestandsgebäuden bieten diese Unternehmen einen unglaublichen Service und das in Zeiten des Facharbeitermangels. Sie bauen nämlich nicht nur ein, sondern begleiten, warten und sind im Notfall auch am Wochenende für ihre Kundschaft da. Am 12.05.2026 ist geplant, die KWP im Kölner Rat zu verabschieden (Stand 12.02.2026). Danach wissen die Bürger, wo mögliche Fernwärmegebiete entstehen oder verdichtet werden. Wo dezentrale Versorgung geplant ist und welche Heizung sich langfristig lohnt. Demnach sollte man zeitnah ein Gespräch über sein Gebäude führen, damit man später nicht im Kalten sitzt.


